zum Inhalt springen

La biblioteca salvaje: Zur Ästhetik und Politik der Lektüre bei Roberto Bolaño

Roberto Bolaño (1953-2003) gilt seit seiner intensiven und globalen Rezeption der vergangenen fünfzehn Jahre als der meistgelesene Autor Lateinamerikas der jüngeren Generation – eine Tatsache, die sich zugleich in einer stetig wachsenden Anzahl an Forschungsarbeiten niederschlägt. Über die Beschränkung einer Vielzahl von Studien auf bestimmte thematische Fokalisierungen bzw. auf eine begrenzte Auswahl seiner Werke hinaus will sich das vorliegende Projekt mit einem bislang nur in Ansätzen bearbeiteten Aspekt von Bolaños Literatur beschäftigen: der Bedeutung und Funktion des Leseaktes als dem zentralen Fundament seiner Ästhetik. Diese Untersuchung impliziert insbesondere eine vertiefte Auseinandersetzung mit einem bedeutenden Teil des intertextuellen Verweisgeflechts, das alle Texte Bolaños durchzieht. Auf der Basis einer Lektüre seines Gesamtwerks und der Verortung Bolaños innerhalb der lateinamerikanischen Tradition werden im weiteren Verlauf der Arbeit die zentralen Reflexionsmomente von Bolaños Modernekritik im Hinblick auf ihre intertextuellen Dimensionen hin entwickelt. Dabei reicht der Umfang der Analyse von den Werken Góngoras und Pascals, über Baudelaire, Flaubert und Breton, bis hin zu Autoren wie Ernst Jünger, Albert Camus oder Georges Perec sowie den fundamentalen lateinamerikanischen Referenzen seines Werks in Gestalt der Texte von Jorge Luis Borges und Nicanor Parra.   

vergrößern:
Foto: Marvin Kleinemeier